Gemeinsam sind wir stark: Breites Bündnis gegen Rosensteintunnel

Veröffentlicht am 24.04.2010 in Standpunkte

Der Bau des Rosensteintunnels ist abzulehnen. Er führt zu einer
„Stadt-Autobahn“ direkt durch den Stuttgarter Nordosten.

Eine endgültige Entscheidung, den Rosensteintunnel zu bauen, ist längst nicht gefallen, geschweige denn unumstößlich. Richtig ist lediglich, dass ein Grundsatzbeschluss gefasst wurde. Im politischen Prozess sieht das Gesetz nach dem Grundsatzbeschluss noch weitere Beschlüsse, wie beispielsweise den Bebauungsplan vor.

Jede einzelne Beschlussphase bietet die Möglichkeit, Projekte mit wachsender Kenntnis zu prüfen und gegebenenfalls auch zu beenden. Im konkreten Fall des Rosensteintunnels liegen mittlerweile Fakten vor, die pragmatisch und sachlich bewertet werden müssen.
Wir kommen in unserer Bewertung zu dem Schluss, dass der Bau des Rosensteintunnels abzulehnen ist: Er führt zu einer Stadt-Autobahn direkt durch den Stuttgarter Norden.
Zu den Argumenten dieser Haltung
1. In der Diskussion um den Rosensteintunnel wird dieser stets und fälschlicherweise als Tangentiale bezeichnet. Vielmehr handelt es sich aber um eine Diagonale direkt durch den Stuttgarter Nordosten. Der Rosensteintunnel stellt eine autobahnartige Straße dar. Eine Verkehrsumlagerung aus dem Umland ist abzusehen.

2. Die bestehende Kapazität der Diagonale verdoppelt sich mit dem Rosensteintunnel. (Quelle: Bezirksbeirat-Ost vom 18. 06. 2008) Wird damit der Lückenschluss in einem großräumigen Fernstraßennetz gebildet? Denn es ist davon auszugehen: Wo Kapazitäten vorhanden sind, werden sie auch genutzt.

3. Auf dieser Diagonalen gäbe es nach dem Bau des Rosensteintunnels (mit der Kreuzung Borsigstraße) nur noch eine verkehrsberuhigende „Bremse“. Im Zuge des Pragtunnel-Baus wurden die „Bremsen“ an der Löwentorstraße und auf dem Pragsattel „beseitigt“. Durch den Bau des Rosensteintunnels wird nun die „Bremse“ an der Kreuzung Wilhelma umfahren. Das ist Verkehrspolitik nach dem Motto: Freie Fahrt für freie Bürger auf einer attraktiven (Fern-)Verkehrs-Alternative.

4. Nach aktuellem Stand werden mit dem Rosensteintunnel und seinen Vorläuferprojekten etwa 10% zusätzliche Verkehre auf der kompletten Diagonalen hervorgerufen (Quelle: Stuttgarter Nachrichten vom 26. 11. 2009).

5. Die Luftbelastung an den bedeutenden Bädern Leuze und Berg ist bereits heute sehr hoch. Eine zusätzliche Belastung, auch durch die aus dem Tunnelmund strömenden Schadstoffe, ist für die Badegäste völlig inakzeptabel.

6. Von einer weiteren Verkehrsbelastung der Zulaufstraßen zur Diagonalen ist auszugehen. Ebenso ist mit Ausweichverkehren zu rechnen. Zusätzliche Verkehrs-, Lärm- und Luftbelastungen sind unausweichlich, da wenige bis keine Entlastungskonzepte für die jeweiligen Stadtbezirke in Planung sind (Quelle: Landesnaturschutzverband BW). Bereits heute werden auf der Zulaufstraße B14 im Bereich Stöckach/Neckartor zu hohe Feinstaubwerte gemessen.

7. Neben dem Stuttgarter Osten sind zahlreiche weitere Stadtbezirke von den Auswirkungen des Rosensteintunnels betroffen. Wenige wurden, wenn überhaupt, in den Diskussionsprozess eingebunden. Hier sind vor allem die Stadtbezirke Feuerbach, Zuffenhausen, Nord, die Oberen Neckarvororte und Mitte gemeint. Aber auch Stadtbezirke wie Mühlhausen oder Münster sind betroffen.

8. Bisher sind keinerlei Geschwindigkeitsdämpfungen bzw. andere Rückbau- und Schutzmaßnahmen im Bereich der B 10 in Berg, Gaisburg und den Oberen Neckarvororten geplant.

9. Da in beiden Röhren mit bis zu 100.000 PKW- und Schwerlastverkehren pro Tag zu rechnen ist, bedeutet dies eine zusätzliche Belastung. Ein weiteres Gutachten spricht sich nach dem Bau des Rosensteintunnels für einen erst dadurch erforderlichen 6-spurigen Ausbau der B 10 aus; in Kreuzungsbereichen sollen zehn und mehr Spuren gebaut werden. Auch dies ist abzulehnen.

10. In Zuffenhausen muss täglich mit 10 000 bis 20 000 PKW mehr gerechnet werden. Im Bereich der Pragstraße, die zurückgebaut werden soll, wird es weiterhin zu einem hohen Verkehrsaufkommen kommen.

11. Durch den Rosensteintunnel ist mit einem Fahrgastentzug des ÖPNV zu rechnen (Quelle: Landesnaturschutzverband BW).

Folgende Umweltverbände, Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen fordern die im Gemeinderat vertretenen Parteien auf, die Planungen zum Bau des Rosensteintunnels einzustellen.

SPD Stuttgart-Ost
SPD Stuttgart-Nord
Schutzgemeinschaft Krailenshalde
Bürgerverein Zuffenhausen
Initiative Schöneres Zuffenhausen
BUND Kreisverband Stuttgart
Naturfreunde Stuttgart-West
Landesnaturschutzverband (LNV), Arbeitskreis Stuttgart
Waldemar Grytz

Stuttgart, 23. 04. 2010

 
 

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