„Ein System, um billig an Leute zu kommen“

Veröffentlicht am 25.09.2010 in Veranstaltungen

Vlnr: Körner, Wartenberg, Hesse, Hopf

Die SPD Stuttgart-Ost lud am 21. September zum Thema Leiharbeit ein.

Zu Beginn schilderte Sabine Höpf ihre berufliche und persönliche Situation als ehemalige Leiharbeiterin. In dem Gespräch mit Moderator Jürgen Hesse stellte sich schnell heraus, dass Leiharbeiter unter schlechteren Arbeitsbedingungen leben, wie Festangestellte. Der Großteil der Leiharbeiter verdient weniger, arbeitet länger und hat unter anderem auch keinen Anspruch auf eine Betriebsrente. Die ständige Fluktuation in der Belegschaft und hohen Erwartungen an die persönliche Flexibilität sorgen für Existenzängste.

Unter Rot/Grün und Gerhard Schröder wurde die Leiharbeit durch Gesetzesmaßnahmen umgestaltet. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass diese Maßnahmen missbraucht wurden. Leiharbeit wurde im Zuge der Arbeitsmarktflexibilisierung nicht mehr ausschließlich zur Bewältigung von Auftragsspitzen eingesetzt, sondern auch zur Verdrängung sozialversicherungspflichtiger Voll-Arbeitsplätze. „Leiharbeit ist ein System geworden, um billig an Leute zu kommen.“ resümiert Jürgen Hesse.

Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Marion von Wartenberg und Landtagskandidat Martin Körner sprachen sich gemeinsam für das sogenannte Equal Pay und Equal Treatment aus, also gleicher Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen. Egal ob Leiharbeiter oder Festangestellter. „Die Entlohnung ist ein riesen Drama“, So Marion von Wartenberg. Leiharbeit dürfe aber nicht verteufelt werden. In Auftragsspitzen könne Leiharbeit den Firmen eine gewisse Flexibilität bringen. Es könne aber nicht sein, dass Leiharbeit genutzt wird, um Arbeitsplätze wie bei Schlecker outzusourcen und die Löhne zu drücken. Martin Körner sprach sich deshalb für ein Synchronisierungsverbot aus, d.h. Leiharbeiter dürfen nicht mehrfach hintereinander vom selben Unternehmen angeheuert werden. Nach einer gewissen Entleihdauer muss der Leiharbeiter dann in ein normales Beschäftigungsverhältnis überführt werden. Darüber hinaus, so Körner, müsse bei öffentlichen Auftragsvergaben darauf geachtet werden, dass entsprechende Anforderungen an menschenwürdige Arbeitsbedingungen gestellt werden. „Stadt und Land sind hier in der Pflicht!“ sagt Martin Körner.

 
 

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