Ute Kumpf als PiP im bhz

Veröffentlicht am 06.08.2009 in Unterwegs

Im WerkHaus Feuerbach, einer der beiden Werkstätten des Behindertenzentrums Stuttgart e.V. (bhz), arbeiten Menschen mit Behinderung. Verpacken, montieren, kreativ sein – jeder arbeitet dort, wo seine Interessen und Stärken liegen. Bald wird das bhz eine neue Mitarbeiterin bekommen: Bundestagsabgeordnete Ute Kumpf wird für einen Tag im WerkHaus anheuern und anpacken.

Im bhz wird nach drei pädagogischen Prinzipien gearbeitet: Dem Integrations-, dem Normalisierungs- und dem Individualisierungs- bzw. Selbstbestimmungsprinzip. Es geht um die weitgehenste Integration und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung, vor allem in den Bereichen Arbeit und Wohnen. Förderung erfolgt passgenau und nur so viel wie nötig. Das Zusammenleben und -arbeiten mit den Menschen mit Behinderung soll so normal wie möglich sein - im öffentlichen wie im privaten Raum und am Arbeitsplatz. „Dazu passen sie als unsere PiP – Politikerin im Praktikum“, sagt Albert Ebinger, Geschäftsführer des bhz, im Gespräch mit Ute Kumpf. Beide verbindet viel, haben sie doch gemeinsam um das WerkHaus in Feuerbach gekämpft: „Sie sind Freundin und Förderin des Hauses und wir können mit Fug und Recht sagen, dass das Haus ohne sie nicht oder nicht so existieren würde“, so Ebinger.

Damit in Feuerbach auf dem neugeordneten Gelände des Krankenhauses bald auch neue Wohneinheiten für Menschen mit Behinderung existieren, sind noch einige Verhandlungen mit dem Bauträger notwendig. „Wir wollen zwölf Wohneinheiten in das Neubaugebiet integrieren“, so Ebinger. Auch der bedarfsgerechte Einsatz des Personals des in einem anderen Abschnitt des Areals geplanten Pflegehotels für die Menschen mit Behinderung in den gewünschten Wohneinheiten steht noch vor, vor allem bürokratischen, Hürden. Hier versprach Kumpf ihre Unterstützung.

Unterstützung von behinderten Menschen muss in Zukunft auch verstärkt in den Fokus unserer Gesellschaft gelangen: „Aufgrund der Euthanasie im Dritten Reich hatten wir bislang keine älteren Menschen mit Behinderung – auch hier müssen wir uns auf einen demographischen Wandel einstellen“, fordert Timmo Hertneck, Feuerbacher Pfarrer und ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des bhz. Ziel muss es sein, die Menschen so lange wie möglich selbständig in Wohngruppen leben zu lassen und nicht in Pflegeheime abzuschieben – wie eben bei Menschen ohne Behinderung auch: „Eingliederungshilfe geht vor Pflege“, sagt Ebinger, der auf ein eigenes Leistungsgesetz für behinderte Menschen wie in Holland hofft. „Ich möchte auch ein robustes Mandat für Bildung und Betreuung“, sagt Ute Kumpf, die durch den Föderalismus, der direkte Hilfen des Bundes an Kommunen behindert, jedoch Schwierigkeiten erwartet. „Aber wer Inklusion möchte, der muss das auch zeigen“, sagt Kumpf, die wieder auf mehr Solidarität in der Gesellschaft zählt: „Da müssen noch Bordsteine im Kopf abgesenkt werden.“ Gleiches gilt bei der Vermittlung von betriebsintegrierten Arbeitsplätzen, was in der freien Wirtschaft oft besser klappt als bei öffentlichen Stellen bei der Stadt oder einem Ministerium.

Zunächst wird aber im bhz-WerkHaus angepackt: Am 12. August wird Ute Kumpf „PiP“ sein. Stefan Wegner, Leiter des WerkHauses, führte Kumpf nun schon mal in ihre möglichen Tätigkeiten ein. Zur Auswahl stehen die Verpackungsabteilung, die Kreativwerkstatt oder die Montageabteilung. Bei einem Rundgang konnte sich Kumpf ein Bild machen und sagte: „Die Entscheidung wird schwer, das Betriebsklima und die Stimmung unter den Beschäftigten war in allen Bereichen hervorragend – da freue ich mich schon sehr drauf“.

Foto: Ute Kumpf wird von Stefan Wegner

 
 

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