
Kinder und Jugendliche, die mit ihren Familien in Sozialhotels untergebracht sind, wachsen in sehr in sehr schwierigen Verhältnissen auf. Oft fehlt in den beengten Räumen sogar der Platz, um Hausaufgaben machen zu können. Bereits im Doppelhaushalt 2022/2023 hat der Gemeinderat Mittel zur Verfügung gestellt, um die Situation der Kinder zu verbessern, die in Sozial- und Gemeinschaftsunterkünften – oft über viele Jahre – leben müssen. Die SPD hat im Mai 2024 nach dem Stand der Umsetzung gefragt, die Sozialverwaltung hat nun im Sozial- und Gesundheitsausschuss berichtet. Stand Mitte August 2024 lebten 321 Kinder in Sozialunterkünften, 312 Kinder in Fürsorgeunterkünften und über 3200 Kinder und Jugendliche (0 bis 17 Jahre) in Gemeinschaftsunterkünften.
Aus der Reihe der damals beschlossenen und umgesetzten Maßnahmen stechen zwei Projekte positiv hervor, zum einen die bisher drei Lerngruppen in Gemeinschaftsunterkünften, zum anderen der Einsatz von Fachkräftetandems in Sozialunterkünften in Zuffenhausen und Stuttgart-Ost.
Unterstrichen werden diese bisher positiven Erfahrungen in der gesonderten Mitteilungsvorlage (224/2024 MV) zum Projekt der Fachkräftetandems. Diese Tandems bieten nicht nur Kindern, sondern auch den Eltern niedrigschwellig Unterstützung. Die Kinder werden somit aus ihrer Isolation geholt, erhalten eine frühkindliche Förderung und damit Perspektiven. Da zwei Träger der Mobilen Jugendarbeit in den Tandems vertreten sind, können auch Jugendliche, für die das Leben in einer Sozialunterkunft besonders schwierig ist, altersgemäß unterstützt werden.
So erfreulich es ist, dass diese Maßnahme greift, ist das eigentliche Ziel, einen Strategiewechsel bezüglich der Sozialunterkünfte zu vollziehen und Sozialunterkünfte in städtischer Verantwortung zu betreiben, noch immer nicht verwirklicht. Bis dies gelingen wird, werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass auch Kinder in Sozialhotels Entwicklungschancen bekommen.